TYPO3 Update: Ablauf, Aufwand und Kosten des Versionssprungs
Ein TYPO3-Update kann eine halbe Stunde dauern oder mehrere Wochen. Beides trägt im Alltag denselben Namen, gemeint sind zwei verschiedene Vorgänge. Welcher davon bei euch ansteht, entscheidet die Versionsnummer, auf der eure Installation heute läuft.
Der Unterschied ist keine Formalie, sondern der ganze Aufwand. Wer beides in denselben Wartungsvertrag schreibt, kalkuliert eine der beiden Varianten falsch.
Ein Patch-Update innerhalb einer Hauptversion bringt Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates, ohne Datenbank und Backend zu verändern. Ein Sprung auf eine neue Hauptversion dauert je nach Ausgangsversion und Extension-Landschaft wenige Tage bis mehrere Wochen. Den Termin dafür gibt das Supportende eurer Version vor.
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Wir prüfen, auf welchem Versionsstand eure TYPO3-Installation steht und was der nächste Schritt braucht.
Update oder Upgrade: zwei verschiedene Vorgänge
Die offizielle Dokumentation trennt beide Fälle sauber. Ein Patch- oder Bugfix-Update bleibt innerhalb einer Hauptversion, etwa von 11.5.2 auf 11.5.3. Es enthält Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates, nie neue Funktionen, und bricht die Rückwärtskompatibilität nicht.
Ein Major-Upgrade wechselt die Hauptversion und kann Breaking Changes mitbringen. Laut Dokumentation entstehen die meisten davon im ersten Sprint-Release einer neuen Serie, nicht im LTS-Release.
Für ein LTS-Release gilt eine strenge Regel: Es darf keine neuen Funktionen, keine Abkündigungen und keine Breaking Changes enthalten. Ein Patch-Update innerhalb einer LTS ist damit planbar. Bei einem Sprung von 14.3.0 auf 14.3.1 ändern sich Datenbankstruktur und Backend normalerweise nicht.
Vorbereitung braucht deshalb nur der Versionssprung. Wer ihn nicht selbst stemmen will, kann das TYPO3-Upgrade begleiten lassen. Am Anfang steht dabei eine Kompatibilitätsprüfung, nicht der Umbau.
Das kleine TYPO3-Update: Patch- und Sicherheitsreleases
Hier ist die Liste kurz. Nötig sind laut Dokumentation genau zwei Dinge: ein Backup und die Aktualisierung des Reference Index.
Welche TYPO3-Pakete ein Update anbieten, zeigt ein Composer-Befehl. Ein zweiter führt es aus. Danach folgt der Nachlauf im Backend: anmelden, alle Caches leeren, Datenbankabgleich starten.
Dieses TYPO3-Update ändert weder Templates noch Redaktionsoberfläche. Es schließt Lücken. Den Ablauf beschreibt das Upgrade-Kapitel der TYPO3-Dokumentation Schritt für Schritt.
Wartungsreleases erscheinen etwa monatlich, einige davon sind Sicherheitsreleases. Wer einmal im Jahr aktualisiert, hängt dazwischen monatelang auf bekannten Lücken. Welche Version wie lange Updates bekommt, steht in TYPO3 Roadmap.
TYPO3 Update Schritt für Schritt: vom Backup bis zum Livegang
Ein Versionssprung läuft in drei Etappen. Die erste findet vollständig in der alten Version statt.
Alle Upgrade-Wizards der laufenden Version abschließen, Dateien und Datenbank sichern, Reference Index aktualisieren, Changelog lesen, Extensions auf die Zielversion prüfen.
Erst PHP auf die höchste Version bringen, die die laufende TYPO3-Version unterstützt, dann TYPO3 wechseln, ohne PHP noch einmal anzufassen.
Caches leeren, fehlende Tabellen und Spalten anlegen, alle Upgrade-Wizards ausführen, alte Spalten entfernen, Sprachpakete und Webserver-Konfiguration prüfen.
Die Reihenfolge in der zweiten Etappe ist keine Geschmacksfrage. Die Dokumentation begründet sie damit, dass sich nur so unterscheiden lässt, ob ein Fehler vom Core oder von PHP kommt. Wer beides gleichzeitig wechselt, sucht doppelt.
Der Reference Index gehört aus einem praktischen Grund nach vorn. Auf Installationen, die ihn selten aktualisieren, dauert der Durchlauf lange und kann im Backend in einen Timeout laufen. Die Dokumentation empfiehlt dafür die Kommandozeile.
Im zweiten Teil hilft der Upgrade Wizard, allerdings begrenzt. Er migriert Datenbankinhalte und Dateipfade und ergänzt damit die normale Datenbankmigration, statt sie zu ersetzen. Seine Ausführungsreihenfolge ist nicht festgelegt, überspringen lässt er sich ebenfalls.
Gearbeitet wird nie auf dem Produktivsystem. Die Dokumentation verweist auf ein Entwicklungssystem oder eine Parallelinstanz. Die Redaktion sieht die neue Oberfläche dort, bevor sie damit arbeiten muss.
Extension Scanner: was er findet und was nicht
Für den Blick auf die Erweiterungen bringt TYPO3 seit Version 9 ein eigenes Werkzeug mit. Der Extension Scanner durchsucht den Code nach Aufrufen von Core-Funktionen, die entfernt oder abgekündigt wurden. Im Backend liegt er im Modul „Upgrade“ unter „Scan Extension Files“.
Wichtiger als seine Trefferliste sind seine Grenzen, und die benennt die Dokumentation selbst. Der Scanner arbeitet mit statischer Codeanalyse, Fehltreffer in beide Richtungen sind unvermeidbar. Er hat ausdrücklich nicht das Ziel, jede Änderung am Core zu erkennen.
Der entscheidende Punkt steht in der Dokumentation zum Extension Scanner: Ein grünes Ergebnis bedeutet nicht, dass die Erweiterung unter der neuen Version läuft. Versionsabfragen im Code versteht der Scanner nicht und meldet den Aufruf trotzdem. Er liefert eine Ausgangsliste, keine Freigabe.
Damit liegt der eigentliche Aufwand im Testen, nicht im Umschalten. Ob eine Erweiterung zur Zielversion passt, steht in ihren Constraints, bei Composer-Installationen in der composer.json. Viele Erweiterungen unterstützen zwei Hauptversionen gleichzeitig und lassen sich schon vor dem Sprung hochziehen.
Bleibt eine Erweiterung ungepflegt, nennt die Dokumentation vier Wege: eine Alternative suchen, einen gepflegten Fork verwenden, selbst forken oder die Anpassung beauftragen. Eine verwaiste Erweiterung ist damit kein Grund, auf einer alten Version zu bleiben. Das ist eine Position im Angebot.
Was ein TYPO3 Update kostet
Alle Preisangaben haben den Stand 21.08.2026. Für das Patch-Update ist die Frage schnell beantwortet: Es steckt in der laufenden Betreuung.
Bei uns startet die betreute Zusammenarbeit ab 1.900 € pro Monat und enthält technische Wartung und redaktionelle Weiterentwicklung. Reine Wartungspakete kalkulieren wir individuell.
Beim Versionssprung hängt der Aufwand an zwei Größen: der Ausgangsversion und der Extension-Landschaft. Ein Upgrade auf eine aktuelle LTS-Version dauert bei uns wenige Tage bis mehrere Wochen. Eine Pauschale nennen wir dafür nicht, weil die Spanne zwischen beiden Enden zu groß ist.
Was den Unterschied macht, lässt sich vorher klären. Wir beginnen deshalb mit einer Kompatibilitätsprüfung und setzen das Upgrade auf einer Staging-Umgebung um, bevor es live geht. Nach der Prüfung steht der Aufwand fest, nicht vorher.
Ein Versionssprung ist dabei nicht dasselbe wie ein Relaunch. TYPO3-Projekte starten bei uns ab 100.000 € bei einer Laufzeit von 9 bis 18 Monaten, das gilt für Neuprojekte und Relaunches. Beim Upgrade bleiben Struktur, Templates und Inhalte bestehen, deshalb ist es kein Projekt dieser Größenordnung.
Wer die Kostenfrage weiter fasst, landet bei der Systemfrage. Welche Budgets bei den beiden Systemen realistisch sind, haben wir in TYPO3 oder WordPress gegenübergestellt.
Eine Zahl bleibt offen. Für ELTS nennen wir keine Preise, die Konditionen laufen über die TYPO3 GmbH und stehen nicht öffentlich.
Was der Sprung auf TYPO3 13 und 14 mitbringt
Ein Upgrade ist kein Selbstzweck, es bringt Funktionen mit. Mit TYPO3 v13 kamen Site Sets: Teile der Site-Konfiguration werden zu kombinierbaren Bausteinen, die Settings, TypoScript und TSconfig ausliefern und ihre Abhängigkeiten selbst verwalten. Teilen lassen sie sich über mehrere Sites und Extensions hinweg.
Für die Redaktion sind zwei andere Änderungen näher am Alltag. Seit 13.3 lassen sich Inhaltselemente per Drag-and-drop aus dem Seiten-Modul auf eine Seite im Seitenbaum ziehen, ein Dialog fragt danach die Position ab. Seit 13.0 registrieren sich in TCA definierte Inhaltselement-Typen selbst im Assistenten für neue Inhaltselemente.
Bemerkenswert ist, was 13.4 gebracht hat: keine neuen Funktionen. Das LTS-Release ist der Stabilitätspunkt einer Serie, nicht ihr Funktionssprung. Wer auf ein LTS wartet, wartet auf Verlässlichkeit.
TYPO3 14 baut den Übersetzungs-Workflow im Backend neu auf, als schrittweisen Assistenten anstelle der früheren monolithischen Umsetzung. Dazu kommen ein neues Backend-Theme namens „Fresh“ und umbenannte, neu geordnete Backend-Module. Für die Redaktion heißt das vor allem: Wege im Backend heißen anders, und das ist ein Schulungsthema.
Was der Core davon ohne Konfiguration ausspielt, verschiebt sich mit jedem Sprung. Welche SEO-Funktionen in welcher Version dazugekommen sind, steht in TYPO3 SEO.
Wann der Versionssprung fällig wird
Alle Versions-, Support- und Systemangaben haben den Stand 21.08.2026. TYPO3 14 LTS ist die aktuelle Version, das LTS-Release 14.3 erschien am 21.04.2026 und bekommt freien Support bis 30.06.2029. TYPO3 13 LTS erhält freie Sicherheitsupdates bis 31.12.2027.
Die Dokumentation empfiehlt für Installationen auf 13 das Update auf 14. Alles unterhalb von 13 ist aus dem regulären Support gefallen, inklusive Sicherheitsupdates. Versorgt werden immer die aktuelle und die vorherige LTS-Version.
Der Takt ist bekannt: Zwischen zwei LTS-Releases liegen rund 18 Monate, und jede LTS bekommt rund drei Jahre freien Support. Danach verlängert das kostenpflichtige ELTS um bis zu vier Jahre, wobei das vierte Jahr TYPO3-Partnern vorbehalten ist. Die Versionsstände zeigt die Übersicht auf get.typo3.org.
Vor dem Termin steht die Technik des Hosters. TYPO3 13 und 14 verlangen PHP 8.2 bis 8.5, MariaDB ab 10.4.3, MySQL ab 8.0.17 oder PostgreSQL ab 10.0. Die Datenbankanforderung von 13 lässt sich schon unter 12 erfüllen, was den Weg in Etappen möglich macht.
Damit ist der Termin für ein TYPO3-Update keine Frage des Geschmacks. Er steht Jahre im Voraus fest und lässt sich in ein Budget schreiben. Wer heute auf 13 arbeitet, plant den Sprung für 2027.
Wir legen Versionssprünge deshalb entlang der Supportenden. Vor diesem Termin bleibt Zeit für Erweiterungen, Templates und Redaktionsschulung. Nach dem Termin bleibt die Rechnung für ELTS.
Steht euer Versionssprung an?
Wir prüfen Versionsstand und Erweiterungen und sagen euch, was das Upgrade an Zeit und Budget braucht.
