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Marketing outsourcen: Was kostet das – und was kosten die Alternativen wirklich?
15.05.2026, von Tim Hufermann // mithilfe von KI
„Eine Agentur? Das können wir uns nicht leisten.” Dieser Satz fällt oft – und meistens, bevor jemand wirklich nachgerechnet hat. Denn wer den Stundensatz einer Agentur mit dem Bruttogehalt einer Vollzeitstelle vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Die eigentliche Frage lautet nicht: Was kostet externe Unterstützung? Sondern: Was kosten die Alternativen wirklich – wenn man alles einrechnet?
Dieser Artikel rechnet es durch. Ehrlich, ohne Verkaufsrhetorik, mit realistischen Größenordnungen.
Die drei Modelle im Überblick
Wenn Marketingteams an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, gibt es im Kern drei Optionen:
- Festanstellung: Eine neue Vollzeit- oder Teilzeitstelle schaffen
- Freelancer:in: Eine selbstständige Fachkraft projektbasiert beauftragen
- Externer Marketing-Support: Eine Agentur oder einen Partner mit laufender Unterstützung beauftragen
Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung. Welches das richtige ist, hängt vom konkreten Bedarf ab – und davon, was tatsächlich unter dem Strich kostet. Wer hier nur auf eine Zahl schaut, trifft die falsche Entscheidung.
Option 1: Festanstellung – was ein Marketing-Mitarbeiter wirklich kostet
Der häufigste Vergleich: Agentur-Stundensatz vs. Gehalt. Das Problem: Ein Bruttogehalt ist nicht das, was eine Stelle kostet. Wer eine Marketing-Stelle besetzt, zahlt deutlich mehr als das, was auf dem Gehaltszettel steht.
Was wirklich anfällt:
- Bruttogehalt: Ein Marketing Manager verdient in Deutschland im Durchschnitt zwischen 50.000 € und 68.000 € brutto pro Jahr – je nach Erfahrung, Unternehmensgröße und Region. (Quelle: jobvector Gehaltsanalyse 2026)
- Arbeitgeberanteil Sozialversicherung: Ca. 20–21 % on top – also weitere 10.000–14.000 € pro Jahr
- Recruiting-Kosten: Stellenanzeigen, Interviews, ggf. Headhunter – realistisch zwischen 10.000 € und 20.000 € pro Besetzung, auf die Beschäftigungsdauer verteilt
- Onboarding und Einarbeitungszeit: Mindestens 3–6 Monate, in denen volle Produktivität fehlt – während das Gehalt vollständig läuft
- Urlaub, Krankheit, Feiertage: Ca. 30–40 bezahlte Tage pro Jahr, an denen keine Leistung erbracht wird
- Tools, Weiterbildung, Equipment: Software-Lizenzen, Hardware, Fortbildungen – je nach Ausstattung 2.000–5.000 € jährlich
In der Summe kostet eine Marketing-Vollzeitstelle Arbeitgeber:innen in der Realität häufig das 1,5- bis 1,8-fache des Bruttogehalts – also realistisch 75.000–100.000 € pro Jahr, all-in gerechnet.
Hinzu kommt: Eine Festanstellung ist strukturell schwer rückgängig zu machen. Wer einen Einstellungsstopp hat, Headcount-Limits unterliegt oder Budget nur projektweise genehmigt bekommt, hat in vielen Fällen gar keine Wahl – selbst wenn der Bedarf da ist.
Mehr dazu, wie sich Marketing-Aktivitäten sinnvoll strukturieren lassen, wenn interne Ressourcen begrenzt sind, erklärt unser Artikel zu Inbound Marketing.
Option 2: Freelancer – flexibel, aber nicht so günstig wie gedacht
Freelancer:innen gelten oft als die günstige Alternative zur Festanstellung. Das stimmt – aber nur auf den ersten Blick.
Was Freelancer:innen kosten:
Der durchschnittliche Stundensatz selbstständiger Online-Marketing-Freelancer:innen liegt laut Freelancer-Kompass 2025 bei rund 92 €. Erfahrene Spezialist:innen mit nachweisbarer Expertise verlangen in der Praxis häufig 95–120 € pro Stunde. (Quelle: freelancermap.de)
Das klingt viel – ist aber ehrlich kalkuliert. Freelancer:innen tragen Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Ausfallzeiten und Weiterbildungskosten selbst. Ein Stundensatz von 100 € bedeutet nicht, dass 100 € in der Tasche landen.
Die versteckten Kosten beim Freelancer-Modell:
- Koordinationsaufwand: Jemand im Team muss briefen, abstimmen, abnehmen – das kostet intern Zeit
- Fehlende Kontinuität: Freelancer:innen arbeiten für mehrere Kund:innen gleichzeitig – Verfügbarkeit ist nicht garantiert
- Ausfall ohne Vertretung: Wenn jemand krank wird oder ein Projekt endet, gibt es keine automatische Absicherung
- Abhängigkeit von einer Person: Spezifisches Know-how geht mit dem Auftrag – kein institutionelles Gedächtnis
Wer 10 Stunden pro Woche Freelancer-Support über ein Jahr nutzt, kommt schnell auf 45.000–60.000 € Jahreskosten – ohne dass eine zweite Person einspringt, wenn die erste nicht verfügbar ist.
Freelancer:innen eignen sich sehr gut für klar abgegrenzte Einzelprojekte oder hochspezialisierte Aufgaben. Für laufende, interdisziplinäre Marketing-Unterstützung mit wechselnden Anforderungen – weniger.
Option 3: Externer Marketing-Support – was hinter dem Agentur-Stundensatz steckt
Die häufigste Frage, die wir hören: „Warum kostet eine Agenturstunde mehr als ein Freelancer-Stundensatz?” Die Antwort ist einfacher als gedacht.
Hinter einem Agentur-Stundensatz steckt kein einzelner Mensch – sondern ein Team. Design, Text, Strategie, Technik, Qualitätssicherung, Projektmanagement. Wenn ein Newsletter erstellt wird, bringen nicht eine, sondern mehrere Kompetenzen zusammen. Gleichzeitig gilt:
- Keine Einarbeitungszeit – ein eingespieltes Team startet schnell
- Keine Personalkosten für Sozialabgaben, Urlaub oder Krankheit
- Keine Tool-Investitionen – Software, Lizenzen und Prozesse sind bereits vorhanden
- Keine Headcount-Bindung – der Umfang lässt sich nach oben und unten skalieren
- Kein Ausfall ohne Vertretung – das Team fängt auf
Ein monatlicher Retainer für laufenden Marketing-Support bewegt sich je nach Umfang in einer Spanne, die oft mit den Gesamtkosten einer Halbzeitstelle vergleichbar ist – aber ohne die strukturellen Risiken einer Festanstellung und mit deutlich mehr Flexibilität.
Wie externer Marketing-Support konkret aussehen kann und welche Aufgaben wir bei JUNGMUT übernehmen, erklären wir auf unserer Leistungsseite für Daily Marketing Support.
Der faire Vergleich – eine Entscheidungshilfe
Kein Modell ist pauschal besser. Der richtige Ansatz hängt vom Bedarf ab. Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Festanstellung | Freelancer:in | Externer Support | |
|---|---|---|---|
| Kosten/Jahr (Spanne) | 75.000–100.000 € | 45.000–60.000 € (10 h/Woche) | Je nach Retainer-Umfang |
| Flexibilität | Gering (fest) | Mittel (projektbezogen) | Hoch (skalierbar) |
| Einarbeitungszeit | 3–6 Monate | 1–4 Wochen | Minimal |
| Ausfall-Absicherung | Keine (Stelle vakant) | Keine | Team fängt auf |
| Kompetenzbreite | Eine Person | Spezialisiert | Interdisziplinär |
| Headcount-relevant | Ja | Nein | Nein |
Wann lohnt sich welches Modell?
Festanstellung – sinnvoll, wenn:
- Der Bedarf langfristig hoch und konstant ist
- Die Stelle strategisch zentral ist (z.B. CMO, Head of Marketing)
- Headcount vorhanden ist und Budgets planbar sind
- Tiefes institutionelles Markenwissen aufgebaut werden soll
Freelancer:in – sinnvoll, wenn:
- Ein klar definiertes Einzelprojekt abgearbeitet werden soll
- Hochspezialisiertes Know-how kurzfristig gebraucht wird (z.B. SEO-Audit, Performance-Kampagne)
- Keine Kontinuität gefragt ist
Externer Marketing-Support – sinnvoll, wenn:
- Der Bedarf schwankt oder saisonal ist
- Kein Headcount zur Verfügung steht (Einstellungsstopp, Budget-Limits)
- Das Aufgabenspektrum breit und interdisziplinär ist
- Schneller Einstieg ohne lange Einarbeitung nötig ist
- Das interne Team entlastet werden soll, ohne eine neue Stelle zu schaffen
Übrigens: Externer Marketing-Support und Inbound Marketing schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Viele unserer Kund:innen nutzen beides: den externen Support für operative Entlastung und eine strategische Inbound-Basis für langfristige Sichtbarkeit und Leadgenerierung.
Fazit: Teuer ist relativ – die eigentliche Frage ist eine andere
Wer nur den Stundensatz oder den Monatsbetrag einer externen Lösung sieht, rechnet nicht vollständig. Die eigentliche Frage ist nicht: „Was kostet externe Unterstützung?”
Die eigentliche Frage ist: „Was kostet es, wenn das Marketing nicht funktioniert?”
Verpasste Deadlines, halbfertige Kampagnen, ein überfordertes Team, das nur noch reagiert statt zu gestalten – das hat seinen Preis auch. Er ist nur schwerer zu beziffern.
Wer bei einer Agentur anfrägt und als erstes den Stundensatz mit einem Gehalt vergleicht, lässt die Hälfte der Rechnung weg. Mit diesem Artikel sollte die vollständige Rechnung einfacher fallen.
Mehr darüber, wie wir bei JUNGMUT Marketing-Teams konkret entlasten und welche Aufgaben wir übernehmen, findest du auf unserer Leistungsseite für Daily Marketing Support. Und wer wissen möchte, wie sich Marketing-Outsourcing mit einer langfristigen Inbound-Strategie verbinden lässt, findet einen guten Einstieg in unserem Artikel zu Website Relaunch und Inbound Marketing.
Wenn du die strategische Frage dahinter vertiefen möchtest – wann eine Festanstellung die bessere Wahl ist und woran du das erkennst – lies unseren Artikel: Marketing Outsourcing vs. fester Mitarbeiter: Was lohnt sich wirklich?
Du willst wissen, was externer Marketing-Support für dein Team konkret bedeuten würde?
Kein langes Briefing-Dokument nötig – ein kurzes Gespräch reicht, um zu verstehen, wo wir sinnvoll anpacken können.